27. April 2017

Beauty | My New Granny Hair

Der Prozess

Bis vor kurzem hätte ich niemals gedacht, dass ich mich den Satz „Ich hätte gerne graue Haare!“ zum Friseur sagen lassen hören würde. Aber sobald er jedoch ausgesprochen war, gab es zumindest für mich und meine Entschlossenheit kein Zurück mehr. Zuvor hatte ich mir meine Haare bereits 2-mal aufhellen lassen. Stück für Stück und mit ausreichend Pause zwischen den Blondierungsprozessen, damit sich meine Haare wieder erholen würden.

Die L’Oréal Academie am Charlie Checkpoint in Berlin Mitte bietet das Haarefärben, wenn du dich als Haarmodel anmeldest, sogar kostenlos an. Also sah ich das als die perfekte Chance mit professionellen Produkten und Erfahrung meine Haare aufhellen zu lassen. Einen Haken gab es da allerdings immer: Die Seminarteilnehmer hatten meistens ein Zeitlimit von nur 4h und es war für sie eine Art Abschlussprüfung um ein Coloristen Zertifikat zu bekommen. Meistens wird in 2er Teams gearbeitet und die Teilnehmer sind dementsprechend sehr stark unter Druck.

Beim ersten Mal wurden meine Haare zunächst nur an den Spitzen aufgehellt und zusätzlich abmattiert, was jedoch nicht lang anhielt und so wurde es nach einiger Zeit wieder goldgelb.

Beim zweiten Termin wurden sie zwar stärker aufgehellt, jedoch hatte mein Friseur sich etwas in dem Ton vergriffen und so wurden sie im Mitteteil sehr kupferartig und zu allem Überfluss hatte dieser Färbeprozess meine Haare an den Enden sehr spröde hinterlassen.

Als mein dritter Termin näher kam, wusste ich nicht, ob ich noch einen Schritt weiter gehen sollte, oder ob ich einfach zum Friseur sagen sollte, dass ich sie wieder zurück zu meiner Naturhaarfarbe haben möchte. Meinem Freund und mir gefielen meine Haare eh nicht mehr so richtig, weil sie sehr kaputt aussahen. Als ich jedoch beim Salon ankam, fasste ich jedoch spontan einen anderen Entschluss.

Ich dachte mir: „Ich bin schon so weit gekommen, es würde jetzt nur noch ein Aufhellprozess nötig sein, welches meine Haare zwar angreifen würde, aber ich würde sie mir danach eh abschneiden und außerdem wäre das Zurückfärben zum Schwarzton mit einem Aufgeben kurz vor dem Marathon Ziel vergleichbar. Will ich das? Ich wage mich an den Grauton!

Wie es zu einem Unfall wurde

Gesagt, getan. Der Seminarleiter kannte mich inzwischen und war natürlich sehr froh darüber, dass ich wiederkam um endlich meine Wunschhaarfarbe machen zu lassen. Er selber hatte Interesse daran, wie das bei mir aussehen würde. Die ganzen ersten Stunden verliefen auch wie geplant: meine Haare wurden aufgehellt und es musste nur noch abmattiert werden.

Und genau in dem Schritt ist dann alles schief gegangen. Die Seminarleiter wollten nämlich an meinen Haaren unbedingt ein neues Produkt ausprobieren und das hat den ganzen vorherigen Mühen zunichte gemacht. Denn die Tönung hat meine Haare nicht grau getönt, sondern... türkis und blau. Da es aber halbwegs gewollt aussah, fuhr ich erstmal nach Hause.



Versichert wurde mir zusätzlich, dass sich diese Haarfarbe eh rauswaschen würde und ich so nach und nach zu meinem Wunschton kommen würde. Sehr falsch gedacht. Selbst nach dem fünften Mal Haare waschen mit dem sehr starken Clarifying Shampoo Three von Paul Mitchell wuschen sich meine Haare in ein dreckiges türkisgrün raus und ich fühlte mich von mal zu mal unwohler.

Also zurück zum Friseur und sich das so gut es geht nochmal richten lassen. Auch der Friseur war super erschrocken darüber, wie das Ergebnis aussah und konnte es bei seiner Friseuren Ehre nicht übers Herz bringen, mich weiter so rumlaufen zu lassen. Er zog mir in einem langwierigen Prozess so gut es eben ging die Haarfarbe raus.

Und dabei ist es passiert: Meine Haare waren dahin. Nach dem Prozess sind sie beim Bürsten reihenweise rausgerissen. Ich hätte echt heulen können. Ich sagte mir jedoch immer wieder „es sind nur Haare, sie wachsen nach!“
Der Besuch beim Friseur Heiko Maurer bei Wharney (bester Mann!) knapp 3 Tage später machte aus meinen Haaren das Beste und so kam ich zurück zu einen kinnlangen Bob Schnitt.

Meine aktuelle Pflege

Blonde bzw. graue Haare sind ein echtes Commitment. Deren Pflege ist hier entscheidend, denn durch den ganzen Blondierungsprozess wurden dem Haar nicht nur die Pigmente entzogen, sondern auch Proteine, sodass die Haare einfach dünner werden. Sie wirken spröde, glanzlos und tot. Um dem entgegenzuwirken, brauchen die Haare Feuchtigkeit.

Zur genaueren Haarroutine und den speziellen Produkten kann ich in einem gesonderten Post nochmal eingehen, wenn das gewünscht wird! Einfach ein Kommentar hinterlassen.

Was meine Haare jedoch wieder zum Leben erweckt hat, war eine Olaplex Behandlung mit allen 3 Steps! Olaplex No. 3 lasse ich tatsächlich manchmal sogar über Nacht in meinen Haaren einwirken und benutze anschließend eine Haarkur.

Außerdem benutze ich für zusätzliche Pflege und Glanz zwischendurch Arganöl. Dabei verreibe ich höchstens 4-5 Tropfen Arganöl zwischen meinen Händen und arbeite das dann in meine Haarspitzen ein.

Meine Haare versuche ich alle 3 Tage zu waschen (dabei ist Trockenshampoo für meinen Ansatz unerlässlich!) und achte darauf, dass ich sie nach der Wäsche mit einem Leave-In leichter kämmbar mache um sie nicht alle beim Kämmen mit der Bürste abzureißen.

Ich habe noch nie so sehr auf meine Haare geachtet, wie aktuell. Ich habe definitiv aus dieser ganzen Aktion gelernt und weiß einfach, dass ich das meiner dünnen Haarstruktur niemals hätte zumuten dürfen.
Auch wenn ich hier und da natürlich Komplimente für meine außergewöhnliche Haarfarbe bekomme... war es das wert?

Habt ihr weitere Tipps (Produkte oder ähnliches) und sind euch auch schon mal solche Friseur Horror Stories passiert? Erzählt! 

3 Birds:

  1. Wow, wow, wow! Deine neue Frise sieht absolut toll aus!!

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  2. Ich liebe deine Haare,
    die Farbe ist so unglaublich schön.
    einfach nur traumhaft.

    alles Liebe deine Amely Rose

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  3. Ohje das ist echt eine Horror Story!
    Trotzdem sieht das Ergebnis jetzt wirklich wunderschön aus!

    So etwas ist mir bis jetzt noch nicht passiert, jedoch wurden meine früher Po langen Haare echt übel verschnitten. Ich wollte endlich einen "LOB" haben und bin zum ersten Frisör. Es sah schrecklich aus, meine Haarstruktur hatte sich verändert und es war noch zu lang. Dann bin ich zum nächsten Frisör und das ganze wurde noch viel schlimmer und zu kurz.
    Dann musste ich meine Haare ein halbes Jahr wachsen lassen und sah aus als hätte ich einen Mob auf dem Kopf, ich fand immer ich sah aus wie ein Ritter. Am Ende saß ich endlich wieder bei der Frisörin meines Vertrauens und meine Haare sahen einfach aus als hätte jemand mit einer Kerze daran herumgesengt.
    Zum Glück hat sie den grausigen Schnitt beseitigen können und hat mir noch einen schönen dunkel braun Ton verpasst.

    Naja große Veränderungen sind halt immer so eine Sache ... :D

    Liebe Grüße
    Sophie von https://aperturewanderlust.wordpress.com/

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