So heute setze ich mich daran und schreibe über meine Erinnerungen, Erlebnisse und Eindrücke zum Dockville Festival 2014.
Vielleicht ein paar generelle Fakten: Das Dockville fand vom 15-17.08.2014 in Hamburg - Wilhelmsburg statt, wobei die Tickets und das Camping beim VVK ca. 80€ insgesamt gekostet haben, was ich als sehr angemessen empfinde.
Damals war das Line Up jedoch noch unbekannt und wurde erst später nach und nach enthüllt.
Da ich eigentlich nur gutes über das Festival gehört habe, habe ich nicht lange gezögert und mir gleich zwei Karten für mich und meinen Freund gekauft.
Außerdem kann man von den vorherigen Jahren ungefähr einschätzen, ob die Musikrichtung einem zusagt oder nicht.
Die Anfahrt war eigentlich relativ problemlos und einfach und da man eh vom Hamburger Hauptbahnhof losfährt, findet man schnell Gleichgesinnte mit Backpack und Zelt und folgt denen einfach unauffällig ;)
Angekommen am Campingplatz waren wir erstmal etwas orientierungslos und suchten noch nach freien Plätzen, was echt fast unmöglich war! Der Campingplatz war maßlos überfüllt.
Nach langem Suchen und rumdiskutieren, haben wir uns dann noch irgendwo dazwischen quetschen können.
Von unseren Nachbarn haben wir dann erfahren, dass auch ein Tag zuvor der Platz bereits überfüllt war. Oh man - wie viele Menschen sind denn auf diesem Festival?
Schon beim Vorverkauf erfuhr ich, dass die Veranstalter einen 2. Camping Platz eingerichtet hätten, von dem man 15 Minuten bis zu den Bühnen braucht. Wir brauchten im Vergleich dazu keine 2 Minuten um auf das Gelände zu gelangen (je nachdem, wie lang die Schlangen an den Schleusen waren).
Da müsste man ja meinen, dass auch das Festivalgelände vergrößert wurde, wenn sie schon mehr Menschen campen lassen. Dem war aber nicht so.
Allgemein empfanden wir alle (also meine Freunde und ich), dass das Publikum doch recht jung war und manchmal fühlten wir uns auch, als hätten wir uns auf dem Ballermann verirrt ;)
Nach einem kurzen Orientierungslauf auf dem Festivalgelände entschieden wir, dass es ja doch Vorteile hat, wenn die Bühnen so nah beieinander stehen und man eigentlich nur einen Katzensprung zur nächsten Bühne braucht. Spart Zeit und Energie und man kann sich besser treffen.
Apropos Treffen: Einige meiner Freunde haben auf dem zweiten Campingplatz gecamped, aber die Veranstalter haben es so eingerichtet, dass man dort nicht rauf darf, wenn man nicht das benötigte Bändchen vorzeigen konnte. So konnten wir nicht zusammen campen, sondern mussten uns immer auf dem Festivalgelände treffen.
Das Line Up war grandios.
Am ersten Tag hat mich Jagwar Ma regelrecht umgehauen. Der Song "Come Save Me" war deren Finale - anfangs ein Mix aus Pop und Indie, welches sich langsam aber sicher zu einem elektronischen Wunderwerk entwickelte, welches noch sehr lange bei mir nachwirkte.
Diese Band hatte ich vor dem Festival gar nicht auf dem Schirm. Als ich dann in der Bandbeschreibung gelesen habe, dass sie auch mal die Vorband von The XX waren, wusste ich schon, dass sie nicht schlecht sein konnten.
Nod One's Head wollte ich ja schon immer mal live sehen und war so von der energiegeladenen Frontfrau begeistert, dass mir der Auftritt insgesamt sehr positiv in Erinnerung blieb. Das Duo ist super sympathisch und ich wundere mich immer noch, wie sie so kontrolliert singen und gleichzeitig so sehr rumhopsen und abgehen kann. Ich wäre schon längst aus der Puste ;)
RY X war einfach nur Gänsehaut pur. Traumhafte Stimme und einfach nur entspannende, melancholische Musik. Bei meinem Lieblingssong "Howling" kamen mir fast die Tränchen vor Freude! Live hört sich doch alles 1000 Mal besser an.
Der nächste Tag war vollgstopft mit Acts zu denen wir hinwollten, die meisten davon spielten sogar parallel, sodass wir gezwungen waren, Kompromisse einzugehen.
Was mir persönlich sehr in Erinnerungen blieb, waren die Auftritte von
- Die Antwoord : das war einfach der WAHNSINN! Die Show ist so abgefahren, ein bisschen so wie Bonaparte, nur besser und abgedrehter und verrückter! Definitiv ein Act, den man live sehen sollte!
- Coely : eine super symphatische und coole Sängerin und als sie den Rap Part von Busta Rhymes gerappt hat, war es um mich geschehen! Wie cool ist das denn?! Ihr Auftritt hat einfach nur Spaß gemacht.
- Dominik Eulberg : feinster Techno/Deep House. Anfänglich eher unscheinbar, aber als wir später am Abend zurückgekehrt sind, hat er uns mit seinem Set einfach nur gefesselt und wir konnten trotz Erschöpfung nicht aufhören zu tanzen.
- Dillon : sehr süße und zerbrechliche Persönlichkeit, aber es hat mich einfach geärgert, dass es eine halbe Stunde Verspätung gab aufgrund von technischen Problemen. Dabei hatten wir so gute Plätze :( Sie performte dann kurz spontan alleine auf der Bühne mit Piano und ihrer Stimme. Sehr schade!




